Goethe & Schiller – BFF?

Die wohl einflussreichsten und größten Dichter der deutschen Literaturgeschichte sind Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) und Friedrich Schiller (1759-1805). 

ABER: Waren sie wirklich beste Freunde oder nur eine gute Arbeitsgemeinschaft?  

Wir durchleuchten das mal!

Zuerst verfassen die beiden bekannte Werke in der Epoche des Sturm und Drang, welche von 1765 bis 1790 ging. Danach prägten die zwei in ihrer gemeinsamen Schaffensperiode die Weimarer Klassik (1786-1805/1832). Goethe und Schiller leben zur selben Zeit in Weimar und obwohl sie die Leistungen des jeweils anderen kennen, gehen sie sich lange Zeit aus dem Weg.

Schiller war von Goethes Talent eingeschüchtert und schätzte ihn zudem als sehr egozentrische Person ein. Dies schrieb er in einem Brief zu seinem Freund:

”Öfters um Goethe zu sein, würde mich unglücklich machen. Ich glaube in der Tat, er ist ein Egoist in ungewöhnlichem Grade.“ 

Auch Goethe beachtete Schiller kaum und findet ihn zuerst auch ziemlich untalentiert.

Unsere Redaktion ist der Meinung, dass viele Freundschaften zuerst bröckelig starten, dennoch finden wir die gegenseitige Verachtung schon ziemlich stark.

Begegnung im Jahr 1788

Am 7. September 1788 begegneten sich die zwei im thüringischen Rudolstadt. Dort nahmen Goethe und Schiller an einer Sitzung der Naturforschenden Gesellschaft teil – der perfekte Ort um sich näher kennen zu lernen! … Schade! Sie redeten wenig miteinander und gingen sich aus dem Weg.

Die erste Annäherung fand ENDLICH im Juli 1794 statt, denn Schiller entschied sich zum 45. Geburtstag Goethes, diesem einen Brief zu schreiben. Daraus erhoffte sich Schiller eine anbahnende Freundschaft. Schillers Hoffnung erfüllte sich. So beginnt die produktivste Freundschaft der deutschen Literaturgeschichte. Da beide große Dichter waren, hatten sie vieles gemeinsam. Ihr Wissen ergänzte sich hervorragend. Sie fingen an, gemeinsam zu arbeiten, daraus entstand ein dauerhafter Kontakt mit intensivem Gedankenaustausch und Inspirationen. Zudem tauschten sie Manuskripte und Bücher aus und gaben sich somit viele Orientierungshilfen. 

Gemeinsame Werke 

Durch die Freundschaft konnten beide sehr profitieren und ihr Wissen ergänzte sich hervorragend. Gemeinsam schrieben sie Unmengen an Geschichten und Gedichten. 

1797 gab Schiller die Literaturzeitschrift „Musenalmanach“ heraus, in welcher sich die zwei in Form von Spottgedichten (Epigrammen) über ihr Publikum ironisch-bissig lustig machten. Wer welches Gedicht (Xenien) schrieb, ist bis heute noch unklar, oftmals hatte einer die Ideen und der andere wandelte sie in Verse um. 1797 lieferten sich Goethe und Schiller in der zweiten Auflage der Zeitschrift einen Wettstreit, wer die meisten Balladen schreiben könne. Da so viele berühmte Balladen in diesem Jahr entstanden, nennt man es auch das „Balladenjahr“.

Ebenfalls 1797 setzten Goethe und Schiller die Weimarer Klassik in Gange, da beide eine neue Theaterästhetik befürworteten. Diese Epoche orientierte sich an der Klassizität und Simplizität der Antike.

Anfang 1805 erkrankten beide Dichter, der gewohnte Gedankenaustausch wurde daraufhin unterbrochen. Im Frühjahr sahen sie sich zufällig auf dem Weg zum Theater, danach nie wieder, denn am 9. Mai 1805 starb Schiller an einer schweren Lungenkrankheit. Goethe war erschüttert von dieser Nachricht und schrieb daraufhin an seinen Freund Carl Friedrich Zelter:

”Ich dachte mich selbst zu verlieren, und verliere nun einen Freund und in demselben die Hälfte meines Daseins.”

Unser Fazit:

Wir glauben, dass Schiller und Goethe wirklich BFFs waren. Sie haben sich gegenseitig unterstützt, beraten und ehrliche Kritik gegeben. Zudem verstärkt Goethes Zitat unsere Meinung sehr.

*BFFs steht für best Friends forever (Englisch: beste Freunde für immer)

Text verfasst von Noelia, Lena, Mia, Mylee