Schiller und die Frauen

Im Mai 1784 war Charlotte von Kalb auf einer Dienstreise mit ihrem damaligen Mann Heinrich von Kalb. Sie traf Schiller damals in einem Hotel und verliebte sich direkt in Schiller. Von da an hatten sie ein sehr gutes Verhältnis, welches Jahre hielt – auch wenn es viele Ups and Downs gab. Als Charlotte sich von ihrem Mann trennen wollte, wurde es für Schiller kompliziert, da er an diesem Zeitpunkt schon einen sehr intensiven Kontakt mit einer andern Charlotte und deren Schwester hatte. In dieser Zeit schrieb er ein Gedicht, in dem es um diese komplizierte Zeit geht.

Der Kampf

Nein, länger werd ich diesen Kampf nicht kämpfen,
Den Riesenkampf der Pflicht.
Kannst du des Herzens Flammentrieb nicht dämpfen,
So fordre, Tugend, dieses Opfer nicht.

Geschworen hab‘ ich’s, ja ich hab’s geschworen,
Mich selbst zu bändigen.
Hier ist dein Kranz, er sey auf ewig mir verloren,
Nimm ihn zurück und laß mich sündigen.

Zerrissen sey, was wir bedungen haben,
Sie liebt mich –deine Krone sey verscherzt.

Glückselig, wer in Wonnetrunkenheit begraben,
So leicht wie ich den tiefen Fall verschmerzt.
Sie sieht den Wurm an meiner Jugend Blume nagen
Und meinen Lenz entflohn,

Bewundert still mein heldenmüthiges Entsagen
Und großmuthsvoll beschließt sie meinen Lohn.
Mistraue, schöne Seele, dieser Engelgüte,
Dein Mitleid waffnet zum Verbrechen mich.
Giebt’s in des Lebens unermeßlichem Gebiete

Giebt’s einen andern schönern Lohn als dich?
Als das Verbrechen, das ich ewig fliehen wollte?
Tyrannisches Geschick!

Der einz’ge Lohn, der meine Tugend krönen sollte,
Ist meiner Tugend letzter Augenblick!

Die Entscheidung

Schiller kann sich nicht zwischen Charlotte und ihrer Schwester entscheiden und beginnt deshalb eine Dreiecksbeziehung. Er lernte sie in Rudolstadt kennen. Die 24 Jahre alte Caroline von Lengefeld und ihre jüngere Schwester Charlotte finden den Dichter direkt faszinierend. Sie verlieben sich beide in Schiller, obwohl Caroline mit 16 bereits in eine unglückliche Ehe verheiratet wurde. Auch Schiller ist direkt angetan von ihnen. An einen Freund schreibt er:

„Beide Geschöpfe sind, ohne schön zu sein, anziehend und gefallen mir sehr.“

Sie laden Schiller ein, den Sommer 1788 mit ihnen zu verbringen. Sie genießen ihn alle. Bis zum November 1788 bleibt er dort.

Beide lieben ihn aber nun heiratet er Charlotte, während er aber immer noch Caroline liebt, welche die Dreiecksbeziehung weiter führen will und sich deshalb von ihrem Ehemann scheiden lässt und näher zu Schiller und Charlotte zieht. Charlotte verdeutlicht aber, dass sie Schiller ungern teilen will.

  • Caroline ist von Schiller enttäuscht und stürzt sich in viele unglückliche Affären. Es gibt trotzdem noch heimliche treffen. Caroline wird 1794 schwanger mit einem Kind das vielleicht von Schiller ist.
  • In Weimar heiratet Caroline ihren Vetter und macht ihr Haus zu einem Treffpunkt für Dichter. Nach kurzer Zeit beginnt sie ebenfalls zu dichten. Ihr Roman „Agnes von Lilien“ wird ein Bestseller.

Als Schiller sehr krank wird, wird Charlotte von Caroline bei der Pflege geholfen. An seinem Sterbebett stehen beide Schwestern.